Von der hässlichen Seite betrachtet
15. Juli 2008
Es war vermutlich der letzte Rest dieses Sommers, den die Hansestadt Hamburg am vorvergangenen Wochenende erleben durfte. Und was habe die Hamburger mit diesem sonnigen Samstag gemacht? Das hier:

Sie nenne es Schlagermove, ich nenne es "meine Fresse, ich dachte so etwas Niederes gibt es nur in Köln"
Nachtrag – Am Samstag war ja Schlager-Move und der Türöffner am Einfahrttor zum alten Elbtunnel drehte die Augen im roten Gesicht zur Autofahrstuhldecke und sagte: “Dat woa east die easte Runn’e. Die machen noch eine. Jedes Jahr hab ich diese miese Schicht.” Der arme Mann.
Obwohl, er wusste ja was auf ihn zukam. Als ich allerdings die nach Pipi und Bier stinkende Reeperbahn überquert hatte und am Fischmarkt links auf die abgsperrte vierspurige St. Pauli Hafenstraße bog… Wie soll ich sagen? Mir kam ein Strom von Menschen entgegen, in ihre Mitte hatten sie einen Vierzigtonner genommen und Roland Kaiser schmalzte mir entgegen: “Jeder Schlag Deines Herzens ist mir so vertrahahahaut…”. Ein junger Radiomann griff zu einem Mikro und rief: “Hallo Hamburg, das ist der Ariola-Wagen”. Es sah aus wie Kölscher Karneval und all das in dieser an sich recht schönen Stadt. In Köln ist das ja okay, da erwartet man nichts, aber vor dem Panorama aus Elbtunnel, Werften, Landungsbrücken und der grüngrauen Elbe “Dich zu lieben, Dich zu spüren” und dazu Menschen die … was soll’s denn.
So wunderbar hier bisher fast alles war, bei diesem Ereignis spühlt Hamburg mit einem Mal alles auf die Straße, was man nie treffen wollte. Die Dickbäuchigen, die Stumpfen, die sonst gottlob Stummen und all das verleitet einen dazu die Geschichte mit einem Bezug auf das Wetter einzuleiten, was man doch eigentlich nie, nie,nie wollte. Das macht Schlager mit einem, Freunde. Es ist Vorsicht geboten.
Was soll erst meine Heimatstadt sagen? Die hatten Love Parade!
Es ist aber wieder weggeggangen und jetzt geht es ihr besser.