Danke, ihr Vettern

6. Juli 2008

Cousins und Cousinen (alt und deutsch auch Vettern und Basen genannt) kann man gar nicht genug haben. Einer von ihnen ist mein Vetter Filo, derzeit Vikar auf dem platten Land östlich von Schleswig. Ein weiterer ist Uli, eingentlich nur ein indirekter Vetter, nämliche ein Vetter meines Vetters Filo, also auf der beiden Jungs mütterlichen Seite, mit der ich wiederum nicht verwand bin, aber mei. Uli und ich tranken allerdings am gestrigen Abend Vetternschaft und nenne uns fortan Cousins. Das taten wir hier, hier und hier. Den Rattenschwanz an komplizierter Verwandtschaftung will man ja niemandem erklären müssen.

Wichtigster Vetter dieses Tages allerdings ist die wunderschöne und wunderkluge und wunderalte Webseite www.freewilliamsburg.com. Sie ist der Namensvetter dieser Seite und bei mir so geschätzt, dass schon als klar war, dass ich nach Hamburg gehe, klar war, dass es eine Seite mit Namen „Freies Wilhelmsburg“ geben wird. Und hier ist sie. Tusch.

Freies Wilhelmsburg, im Bild die Neue Elbbrücke

Fälschung und seit heute hier: Freies Wilhelmsburg, im Bild die Neue Elbbrücke

feine Seite für Politisches und Kulturelles made in USA

Vorbild: feine Seite für Politisches und Kulturelles made in USA

Außerdem soll hier endlich die Wahrheit (meine Wahrheit) über die Namesgebung des seit bald zwei Jahrzehnten minütlich angesagter werdenden New Yorker Stadtteil Williamsburg im Netz erscheinen. Sie ist nämlich weit stichhaltiger als die, die das englischsprachige Wikipedia mir anbietet. Dort wird nicht versäumt, auf die deutschen Einwanderer (!) und den Schiffsbau (!) im damals „Williamsburgh“ genannten, östlich von Manhattan auf der anderen Flussseite (!) gelegenen Städtchen hinzuweisen. Der Ort, so das Halbwissensportal, sei aber zu Ehren irgendeines Herrn Williams so benannt worden und das ist wie immer die einfachste Lösung wenn einem sonst nix einfällt und meist stimmt diese „das heißt wegen Herr oder Frau soundso so“-Vermutung einfach nicht. Die Quelle soll für diese Information übrigens diese Seite hier sein. Aha.

Der Name von Williamsburg, Brooklyn, N.Y. ist natürlich einzig und allein auf den heute zum Beispiel von Arschgeigen wegen des hohen Ausländeranteils nicht geschätzten Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zurückzuführen, der nämlich am Hafen, in Werftnähe (!), an der Elbe und auf der andere Seite des Flusses (!) liegt. Ruhen Sie in Frieden, Herr Williams. Das tollste und teuerste Pflaster von New York geht auf deutschen Schiffsbauer aus der Hansestadt zurück und heißt auch deshalb so. Warum die Selbstbespiegelungsmeile Schulterblatt in Hamburg so heißt wie sie heißt und warum sich diese Gegend anschickt so teuer und so vollgestopft mit Hipstern zu werden wie das New Yorker Wilhelmsburg, weiß ich beim besten Willen nicht.  Was sich dort für Leute rumtreiben schon. Allerdings sind die Coolen in Hamburg weit davon entfernt, bei diesem Wettkampf hier etwas zu reißen. Wie heißt es in Amerika so schön? Hattip to freewillamsburg.com.