… Belangloses aufzuschreiben und schon wird man gedisst, und das von höchster Stelle. Immer wieder schwierig, wenn Printprodukte, die auch Onlineprodukte vermarkten auf Onlineerzeugnisse einschlagen. So wie eben hier im Spiegel. Oder, und noch etwas pikanter weil vom Online-Verantwortlichen des hauseigenen Portals verfasst, hier. Wie sagen die Mitarbeiter von sueddeutsche.de gerne? Online ist die Zukunft. Dumm dann, wenn der eigene Chef das Web mit Bürgerbeteiligung so sieht. Für die Gmeinde der Blogger natürlich ein alter Hut. Aber ich lerne ja noch.

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Natürlich ist nicht alles so schlimm, wie die Schlagersause es aussehen lässt. Schließlich gibt es das Dockville und Kino draußen. Das eine für 36 Euro für ein Wochenende, Dockville vom 15.-17. August, wohl mitten im Hafen und mit den nicht zu verachtenden Tomte, Superpunk, der Frank Spilker Gruppe, was man eben so aus Hamburg kennt. Interessant klingen Johnossi, simpler Shit, sagen die beiden selbst. Die zwei lassen sich von ihren Gefühlen leiten, schreiben sie. Und sie vertrauen ihren Eingeweiden. Naja. Da der Gesang englisch daherkommt, heißt es auch auf der Website „we follow our guts“. Mal sehen, was die beiden mit ihren Eingeweiden so live anstellen. Und dann noch das hier: ein Morddrohung aus Frankreich. Böse Zunge sagen, es reiche allein der süße Akzent um Männer niederzuwerfen. Kann was dran sein. Mal sehen. Auch mal sehen: the Ting Tings. Irgendwie arty und eighties, das zieht ja gerade. Dazu passend: neue Schuhe.

Was noch? Kino! Dienstag, 22.7. I am legend, Mittwoch, 23.7. Darjeeling Limited (endlich!), 24.7. Persepolis (schon wieder endlich), und all das draußen im Schanzenpark. Auch hier kein Kommentar zum aktuellen W****r.

Es war vermutlich der letzte Rest dieses Sommers, den die Hansestadt Hamburg am vorvergangenen Wochenende erleben durfte. Und was habe die Hamburger mit diesem sonnigen Samstag gemacht? Das hier:

Sie nenne es Schlagermove

Nachtrag – Am Samstag war ja Schlager-Move und der Türöffner am Einfahrttor zum alten Elbtunnel drehte die Augen im roten Gesicht zur Autofahrstuhldecke und sagte: „Dat woa east die easte Runn’e. Die machen noch eine. Jedes Jahr hab ich diese miese Schicht.“ Der arme Mann.

Obwohl, er wusste ja was auf ihn zukam. Als ich allerdings die nach Pipi und Bier duftende stinkende Reeperbahn überquert hatte  und am Fischmarkt links auf die abgsperrte vierspurige St. Pauli Hafenstraße bog… Wie soll ich sagen? Mir kam ein Strom von Menschen entgegen, in ihre Mitte hatten sie einen Vierzigtonner genommen und Roland Kaiser schmalzte mir entgegen: „Jeder Schlag Deines Herzens ist mir so vertrahahahaut…“. Ein junger Radiomann griff zu einem Mikro und rief: „Hallo Hamburg, das ist der Ariola-Wagen“. Es sah aus wie Kölscher Karneval und all das in dieser an sich recht schönen Stadt. In Köln ist das ja okay, da erwartet man nichts, aber vor dem Panorama aus Elbtunnel, Werften, Landungsbrücken und der grüngrauen Elbe „Dich zu lieben, Dich zu spüren“ und dazu Menschen die … was soll’s denn.

Danke, ihr Vettern

6. Juli 2008

Cousins und Cousinen (alt und deutsch auch Vettern und Basen genannt) kann man gar nicht genug haben. Einer von ihnen ist mein Vetter Filo, derzeit Vikar auf dem platten Land östlich von Schleswig. Ein weiterer ist Uli, eingentlich nur ein indirekter Vetter, nämliche ein Vetter meines Vetters Filo, also auf der beiden Jungs mütterlichen Seite, mit der ich wiederum nicht verwand bin, aber mei. Uli und ich tranken allerdings am gestrigen Abend Vetternschaft und nenne uns fortan Cousins. Das taten wir hier, hier und hier. Den Rattenschwanz an komplizierter Verwandtschaftung will man ja niemandem erklären müssen.

Wichtigster Vetter dieses Tages allerdings ist die wunderschöne und wunderkluge und wunderalte Webseite www.freewilliamsburg.com. Sie ist der Namensvetter dieser Seite und bei mir so geschätzt, dass schon als klar war, dass ich nach Hamburg gehe, klar war, dass es eine Seite mit Namen „Freies Wilhelmsburg“ geben wird. Und hier ist sie. Tusch.

Freies Wilhelmsburg, im Bild die Neue Elbbrücke

Fälschung und seit heute hier: Freies Wilhelmsburg, im Bild die Neue Elbbrücke

feine Seite für Politisches und Kulturelles made in USA

Vorbild: feine Seite für Politisches und Kulturelles made in USA

Außerdem soll hier endlich die Wahrheit (meine Wahrheit) über die Namesgebung des seit bald zwei Jahrzehnten minütlich angesagter werdenden New Yorker Stadtteil Williamsburg im Netz erscheinen. Sie ist nämlich weit stichhaltiger als die, die das englischsprachige Wikipedia mir anbietet. Dort wird nicht versäumt, auf die deutschen Einwanderer (!) und den Schiffsbau (!) im damals „Williamsburgh“ genannten, östlich von Manhattan auf der anderen Flussseite (!) gelegenen Städtchen hinzuweisen. Der Ort, so das Halbwissensportal, sei aber zu Ehren irgendeines Herrn Williams so benannt worden und das ist wie immer die einfachste Lösung wenn einem sonst nix einfällt und meist stimmt diese „das heißt wegen Herr oder Frau soundso so“-Vermutung einfach nicht. Die Quelle soll für diese Information übrigens diese Seite hier sein. Aha.

Der Name von Williamsburg, Brooklyn, N.Y. ist natürlich einzig und allein auf den heute zum Beispiel von Arschgeigen wegen des hohen Ausländeranteils nicht geschätzten Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zurückzuführen, der nämlich am Hafen, in Werftnähe (!), an der Elbe und auf der andere Seite des Flusses (!) liegt. Ruhen Sie in Frieden, Herr Williams. Das tollste und teuerste Pflaster von New York geht auf deutschen Schiffsbauer aus der Hansestadt zurück und heißt auch deshalb so. Warum die Selbstbespiegelungsmeile Schulterblatt in Hamburg so heißt wie sie heißt und warum sich diese Gegend anschickt so teuer und so vollgestopft mit Hipstern zu werden wie das New Yorker Wilhelmsburg, weiß ich beim besten Willen nicht.  Was sich dort für Leute rumtreiben schon. Allerdings sind die Coolen in Hamburg weit davon entfernt, bei diesem Wettkampf hier etwas zu reißen. Wie heißt es in Amerika so schön? Hattip to freewillamsburg.com.